Bericht 2025 und 2026 über Kita und Mehrzweckhaus „Los Querubines de la Laguna“, Granada Nicaragua

Alltag verbessern und Hoffnung geben

Im zweitärmsten Land Mittelamerikas unterstützt und finanziert die Stiftung „Zukunft durch Bildung“ seit knapp 10 Jahren eine Kita, die sich längst als Mehrzweckzentrum eines bei Granada gelegenen „Barrios“ entwickelt hat. Das „Barrio“ ist in einer ländlichen Gegend und die Familien leben in extremer Armut. Bei den örtlichen Organisatorinnen und den nutzenden Kindern und Jugendlichen heißt das Haus „Los Querubines“ (die Engel). Getragen und organisiert wird „Los Querubines“ von der örtlich ansässigen Frauenorganisation AMNLAE. 

Jährlich besuchen Vertreter der Stiftung die örtlichen Partnerinnen und klären vor Ort, was notwendig ist und welche finanzielle Unterstützung erbracht werden kann. 

Es wuselt in „Los Querubines“

Nachmittags ist das Haus voll! Beim Besuch nachmittags im Februar 2026 im Mehrzweckzentrum: es sitzen über 130 Kinder konzentriert in verschiedenen Räumen und lernen. Nachhilfeunterricht! Freiwillig! Hinzu kommen 25 Kita-Kinder aus dem vormittäglichen Kindergarten/Vorschule. Bis zu 230 Kinder kommen täglich, um von insgesamt 8 Erzieherinnen und Volunteers in Mathe, Englisch, Geografie, Soziales und Schönschreiben unterrichtet zu werden. So viele Kinder (und junge Jugendliche) waren es noch nie – die Zahl hat sich mehr als verdoppelt. Zusätzlich gibt es kulturelle Angebote: Kunstunterricht, sowie das Einstudieren von traditionellen Tänzen.

Das ist noch nicht alles! Weiterhin wird die Einrichtung auch für Beratung genutzt: Gesundheitsberatung, Lebensberatung, sowie ärztliche Versorgung von Kindern. Am Wochenende treffen sich Heranwachsende und Erwachsene zu kulturellen und sportlichen Aktivitäten.

Gebäudebau, sowie zwischenzeitliche Instandhaltungsarbeiten finanzierte die Stiftung, ebenso die laufenden Kosten, sowie zwei Erzieherinnen und Reinigungskräfte. 

Nicht selbstverständlich: Lern- und Bastelmaterial

Die Familien der Kinder und Jugendlichen, die zu „Los Querubines“ kommen, sind meist nicht in der Lage, für die Schule notwendiges Material wie Hefte, Schreibsachen, Malzeug zu kaufen. Geschweige denn, sich Utensilien zum Basteln zu leisten. Zu einem Besuch in Nicaragua gehört deswegen immer auch der Großeinkauf solcher Dinge. Der Einkauf ist in 2026 größer ausgefallen als bisher – es sind schließlich viel mehr Kinder und Jugendliche täglich da. 

Ein weitere Einkauf geht immer in ein Geschäft, mit Reinigungs- und Hygienemittel. Das geht von Putzmaterial bis hin zu Toilettenpapier und Seife. 

Endlich wieder Wasser 

Nach 2 1/2 Jahren ist es endlich so weit: bei „Los Querubines“ laufen Wasserhähne und Toilettenspülungen wieder. So lange gab es keine Wasserversorgung! Bereits 2025 wurde              beschlossen, dass ein großer Wasserbehälter auf dem Dach von der Stiftung finanziert wird, der auf dem Dach installiert wird. Das konnte nun – im Februar 2026 umgesetzt werden. Ein Pferdewagen transportiert nun das Wasser in den Stadtteil, eine Pumpe befüllt den Wasserbehälter – und die Wasserversorgung im Haus funktioniert. 

Bisher mußte „Los Querubines“, genau wie die Familien des „Barrios“, Wasser per Kanister oder Wassertonne von einem mehrere Kilometer entfernten öffentlichen Wasserhahn holen. 

Das Speichersystem gewährleistet nun die Wasserversorgung zum Trinken, zur Zubereitung von kleinen Speisen, sowie Händewaschen und die Reinigung der Einrichtung. Außerdem gehört die Gesundheitsprävention und die Förderung gesunder Lebensgewohnheiten zu den wichtigen Ansprüchen des Mehrzweckhauses. Und das von klein auf. 

Um sich eine Vorstellung zu machen, wie schwierig es ist, sich selbst, die Wäsche und die Unterkünfte sauber zu halten: der Weg von Granada zum „Barrio“, sowie die Strassen im „Barrio“ sind nicht asphaltiert, sondern Sandwege. Es gibt im kompletten „Barrio“ keine funktionierende Wasserversorgung.

Bei der Installation des Wasserbehälters auf das Dach, wurden weitere erhebliche Mängel im Dach festgestellt – es ist durchgerostet. Während ein Teil des Daches bereits vor zwei Jahren erneuert wurde, musste nun auch ein weiterer Teil des Daches mit neuem Wellblech ausgestattet werden. 

Künftig eine warme Mahlzeit

Bereits beim Besuch 2025 hatte sich die Notwendigkeit einer Küche herausgestellt. Oftmals haben die Kinder keine warme Mahlzeit am Tag. In einem Anbau könnte eine einfache Küche eingerichtet werden. Die Verantwortlichen haben die Zeit bis Anfang 2026 genutzt, um hierzu konkrete Planungen und Vorbereitungen zu treffen. Die Planung wurden gemeinsam besprochen. Die Stiftung wird dieses neue Projekt nun auf den Weg bringen.

Diese Küche kann in Zukunft den Kindern tägliche, gesunde Mahlzeiten bieten. Das ist für Kinder und Jugendliche nicht zu unterschätzen: denn regelmäßige gesunde Mahlzeiten verbessern die körperliche und geistige Entwicklung. 

Förderung von Erzieherinnen

Die Stiftung finanziert weiterhin zwei Erzieherinnen in „Los Querubines“. Außerdem wird die Weiterqualifizierung von Erzieherinnen unterstützt. Weiterqualifizieren können sie sich im 50 km entfernten Managua an den Wochenenden. Damit sie sich den wöchentlichen Unterricht in Managua leisten können, unterstützt die Stiftung in Form von Fahrtkostenzuschüssen. Maria Fernanda ist deswegen zwischenzeitlich Lehrerin. Natali und Clara haben sich ebenfalls auf den Weg gemacht, neben ihrer Tätigkeit im Mehrzweckhaus, in Managua zu qualifizieren. Sie werden nun auch mit einem Fahrtkostenzuschuss unterstützt. 

DANKE !!!

… an alle, die spenden. Von einigen bekommt die Stiftung zwischenzeitlich regelmäßige Spenden. Der sprichwörtliche „Tropfen auf den heissen Stein“ nutzt direkt den Kindern und damit auch den Eltern in diesem „Barrio“ bei Granada. Knapp 10 Jahre Kontinuität sind ein Stück Erfolg. Danke auch an diejenigen, die im Freundes- und Bekanntenkreis von diesem Projekt weitererzählen und so für weitere Unterstützung – ideell wie finanziell – sorgen. Im aktuellen Vordergrund steht – neben dem laufenden Betrieb – nun die Errichtung und Fertigstellung der Küche. 

Der Vorstand der Stiftung namentlich: Angel Stürmlinger, Hans Löffler, Paul Rodenfels, Manfred Hoppe, Roman Zitzelsberger.

Bilder vom Letzten Besuch 2026

Endlich wieder Wasser

Neues aus Nicaragua 2023/24

Bereits ende 2022 mussten wir feststellen, dass Reparaturen an dem Dach von Querubines dringend notwendig werden. Durch Korrosion an den Nahtstellen der Bleche regnete es in den geschlossenen Bereich und hatte schon den Boden in Mitleidenschaft gezogen. In der Regenzeit die ca. 8 Monate dauert regnet es täglich – manchmal ausgiebig.

Der erste Moment, Anfang 2023, als der Regen etwas nachließ wurde zur Reparatur des Daches genutzt.

Bei einem Aufenthalt von Hans Löffler dem stv. Vorsitzenden der Stiftung in Granada, konnte die Nutzung des Mehrzweckhauses vor Ort erlebt werden.

Wir hatten das Glück, dass gerade als wir in Granada waren, ein Gemeindefest in „unserem“ Zentrum stattfand.

Es ist Sonntag, das Zentrum ist gut besucht, die Anwohner verkaufen an kleinen Ständen Gemüse und Obst, ein Friseur, eine Nagelpflegerin bieten ihre Dienste An und Natürlich gibt es Angebote für die Kinder.

Es ist schön zu sehen, dass unsere Arbeit Früchte trägt und die Menschen im Barrio vom Zentrum profitieren in vielerlei Hinsicht.

Unser Ziel den Kindern in dem Barrio einen besseren Start ins „Leben“ zu ermöglichen, wird nachgekommen.

Auch der Musik und Kunstunterricht zeigt Früchte.

Kinder die an dem Musikunterricht teilnehmen bei Folkloristischen Aktivitäten.

Nicaragua 2022

Nach 2 Jahren war es endlich wieder so weit.
Gemeinsam flogen Angel Stürmlinger und Paul Rodenfels vom 28.1. bis 7.2.2022 nach Nicaragua, um die Unterstützung der Stiftung Zukunft durch Bildung für den Kindergarten Los Querubines de la Laguna in Granada wieder persönlich zu begleiten.

Die Spannung war groß. Wie steht‘s um den Kindergarten? Wie ist das Umfeld? Aber auch, welchen Einfluss hat die Pandemie auf den Ablauf des Alltags der Kinder.

Um es gleich an den Anfang zu stellen. Unsere Bedenken waren gleich nach unserer Ankunft wie weggeweht. Strahlende, sauber gekleidete Kinder empfingen uns gemeinsam mit ihren 3 Erzieherinnen.

Das Gebäude wird nicht nur als Kindergarten genutzt. Bei unserem zweiten Besuch am Mittwochnachmittag konnten wir uns überzeugen welch großen Zulauf unser, jetzt zum Mehrzweckhaus gewordenes, Bauwerk hat.

Es werden gleichzeitig Englischunterricht, Computerkurse, Mathematiknachhilfe und Musik- bzw. Kunstunterricht angeboten. Abends treffen sich Frauen aus der Umgebung. Das Haus lebt! Es lebt durch unsere Spenden.

Durch Unterstützung der Stiftung und persönlichen Spenden werden die 3 Erzieherinnen bezahlt. Material wie Stifte, Bastelutensilien, Papier, Klebstoff, alle Utensilien für den Betrieb des Kindergartens kauften wir, gemeinsam mit den Erzieherinnen, ein.

Unterstützt werden wir vor Ort von der Casa de los tres Mundos. Ein Kulturzentrum, das vom Schauspieler Dietmar Schönherr und Ernesto Cardenal, dem großen Lateinamerikanischen Dichter, gegründet wurde. Die „Casa“ steht für den Musik- und Kunstunterricht. Sie unterstützt wenn nötig die Erzieherinnen bei Alltagsproblemen.
Finanzielle Unterstützung erfährt die „Casa“ von unserer Stiftung durch die Entlohnung der Lehrerinnen und Lehrern beim Einsatz im Kindergarten.
Pan y Arte, „Brot und Kunst“ gehören für uns dabei zusammen.

Ebenso hilft AMLAE, eine Frauenorganisation in Nicaragua. Diese Frauenorganisation hilft Frauen bei ihrer Ausbildung zu Näherinnen oder Friseusen und gibt Rechtsbeistand bei häuslicher Gewalt u.ä.

Wir betonen: Spenden gehen 1 : 1 an die Kinder und die Erzieherinnen und das Gebäude. Wir bringen das Geld direkt ins Land. Für 2022 haben wir gesorgt. Aber unser Engagement ist langfristig angelegt. Nach den ersten 5 Jahren werden nun die ersten Instandhaltungen fällig. Das Dach, ein Blechdach wie üblich im Land, muss erneuert werden.

Dazu werden weitere Spender und Spenderinnen gesucht!

Unsere Hilfe ist wie unser Stiftungsname: wir helfen die „Zukunft durch Bildung“ für die Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Es geht darum die Startchancen der Kinder zu verbessern und wir schaffen das.

Wir, die Stiftung sind überzeugt und können garantieren: jede Spende kommt an und hilft.

Erfolgreicher Jahresabschluss in der Kita Los Querubines

Insgesamt 10 Kinder haben, trotz schwierigen Corona Bedingungen, die dritte Stufe ihrer Ausbildung beendet und werden nächstes Jahr mit der Grundschule/Primara beginnen. In den beiden anderen Jahrgängen erreichten 15 Kinder das Jahresziel. Trotz Corona konnten dank strenger Hygieneregeln mit Fiebermessen, Schutzmasken, Händewaschen und Distanz, der Unterricht in der Kita bis auf wenige Wochen geöffnet bleiben.
Das Lehrerinnen, Eltern und Kinder dies durchgehalten haben wurde zum Jahresabschluss mit einer Feier belohnt. Als Anerkennung wurden die Kinder nicht nur mit den Diplomen, sondern dank einem Spender auch mit Spielsachen belohnt.
Dem Akt wohnte auch eine Vertreterin des Unterrichtsministerium bei, die auch einem Abiturjahrgang ihre Diplome überreichte.
Erfreulich ist auch, dass die Angebote für Jugendliche und Erwachsene die abends oder am Wochenende stattfinden, aufrecht erhalten werden konnten. Neu im Angebot war auch Kurse für Alphabetisierung und Haushaltskurse, speziell für Frauen,

Erfolgreicher Abschluss
Geschenke dürfen nicht fehlen
Ein erfolgreicher Abschluss
Stolz auf das erreichte

Bericht über die bisherige Arbeit der Stiftung „Zukunft durch Bildung“.

Mit einem neuen Flyer informiert die Stiftung „Zukunft durch Bildung“, über den Stand des Mehrfunktionshaus in Granada/Nicaragua.

2017 fiel der Startschuss für das Mehrfunktionenhaus in einem Barrio am Rande Granadas/Nicaragua. Einst als reine Kita geplant, erfüllt das Haus heute mehrere Funktionen: Am Vormittag kommen Kinder ab 3 Jahren zum Spielen, Basteln und Musizieren, nachmittags erhalten lernschwächere Schüler Unterstützung und weitere Kinder Englischunterricht. Abends werden Erwachsene im Lesen, Schreiben und Rechnen gefördert.

Stürmische Zeiten in Nicaragua

Seit Mitte April 2018 erlebt Nicaragua eine Welle von Protesten gegen die Regierung, die laut internationalen Menschenrechtsorganisationen bereits mehr als 350 Todesopfer und über 2000 Verletzte gefordert haben. Täglich sind neue Opfer zu beklagten. Präsident Ortega und seine Ehefrau, Vizepräsidentin Murillo setzen auf Repression und darauf, dass den Protestierenden die Luft ausgeht. Prägten Straßenbarrikaden, bewaffnete Auseinandersetzungen bis hin zu Plünderungen und Brandlegung das Bild bis noch vor einigen Tagen, so herrscht nun Ruhe an der Oberfläche und die freie Zirkulation im Land ist wieder möglich, da alle Barrikaden geräumt wurden. Polizei und vermummte Hilfstruppen machen jedoch Jagd auf die Anführer des Widerstandes, verhaften viele Jugendliche und Opositionelle und stellen sie vor Gericht. Wer kann setzt sich nach Costa Rica ab. Laut letzten Berichten sollen bereits mehr als 20,000 Nicaraguaner diesen Weg gewählt haben.

Zur aktuellen Situation in Granada, dem Ort, in dem die Stiftung Zukunft durch Bildung“ ein Mehrgenerationenhaus für die ärmsten der Armen baut und betreiben wird, haben wir mit Menschen vor Ort gesprochen.

Hier zum Bericht:

Stürmische Zeiten in Nicaragua